Einundzwanzigster Dezember

Erneut ist es wieder nun Advent.
Die Zeit zur Besinnung –
Wo dann doch wieder jede*r in letzter Minute zum Geschenke kaufen rennt.

Jedes Jahr ist es das Selbe: Kaum erklingen die ersten Takte von „Last Christmas“ im Radio, spaltet sich die Bevölkerung in zwei Gruppen: Die einen können es kaum erwarten, bis das letzte Türchen des Adventskalenders zu öffnen, die anderen sind von da an bis Silvester dauergenervt. Man überlegt panisch, was man Freund*innen und Familie denn bitte schenken könnte, wetteifert mit den Nachbar*innen um die tollste Weihnachtsbeleuchtung, friert sich auf dem Weihnachtsmarkt die Füße ab und schreibt in aller Hektik noch schnell Weihnachtskarten. Dabei fragt man sich hin und wieder, warum man das alles überhaupt macht.
Das ist eine gute Frage. Zu Weihnachten sind die Kirchen so voll wie sonst meist das ganze Jahr über nicht. Viele, die an diesem Tag ins Haus Gottes pilgern, tun dies aus genau einem Grund: Weil das eben dazu gehört. Zu Hause werden dann Lieder gesungen, die Hälfte der Familie singt mit verdrehten Augen krumm und schief. Der Weihnachtsbaum ist bunt geschmückt, natürlich, denn das gehört ja dazu. Familienmitglieder, die sich nicht ohne Grund so selten sehen, versuchen krampfhaft, freundlich zueinander zu sein, um das Bild der seligen Nacht nicht zu zerstören. Alle sind superschick angezogen, obwohl sie sich mit Schlips und Kragen gar nicht wohlfühlen. Abends gibt es dann endlich Geschenke, von denen die einen völlig überteuert sind und die anderen der beschenkten Person gar nicht gefallen. In vielen Fällen geht es gar nicht mehr um den christlichen Glauben. Denn das ist Weihnachten schließlich: Ein christliches Fest. Wer von denjenigen, die jedes Jahr Weihnachten feiern, ohne überhaupt an die Geburt Jesu Christi zu glauben, würde zum Beispiel auf die Idee kommen, das jüdische Opferfest zu feiern? Oder im Ramadan zu fasten? Wohl kaum eine*r. Aber Weihnachten? Das gehört ja wohl dazu!

Ich schreibe diesen Blogpost nicht umsonst, denn genau diese Das-ist-halt-so-Mentalität begegnet mir im Dezember immer wieder – ebenso wie die Tatsache, dass manche Kinder und Jugendliche Dinge bereits zu Nikolaus bekommen, die andere aus Preisgründen vielleicht nicht mal zu Weihnachten bekommen. Der Advent verkommt zu einer Materialschlacht. Und von der Liebe, die dem Fest doch eigentlich zudefiniert wird, bleibt oft auch nicht viel übrig – sodass man beim Abreisen nur mit Schaudern daran denken mag, dass man nächstes Jahr ja wiederkommen wird. Um eine Harmonie zur Schau zu stellen, die gar nicht da ist.

Natürlich sind diese Aussagen teilweise übertrieben formuliert und auf keinen Fall verallgemeinerbar. Ich möchte euch nur so kurz vor dem heiligen Abend bitten, einmal kurz über die Frage nachzudenken: Warum feiert ihr Weihnachten überhaupt?
Das soll nicht heißen, dass ihr alle plötzlich aufhören sollt, ein Fest zu feiern, was euch oft auch in guter Erinnerung bleibt. Auch ich habe schon wunderschöne Weihnachtsmomente erlebt. Es soll lediglich eine Anregung sein, sich mal bewusst zu werden, was dieses Fest eigentlich wirklich für einen bedeutet.

Und wenn ihr diese Frage für euch beantwortet habt, habe ich auch noch das ganze, von mir selbst geschriebene Gedicht für euch:

Bunte Lichter erstrahlten am Himmel.
Sekt und Gelächter.
Dazu Kirchenglockengebimmel.
 
So haben wir das neue Jahr empfangen
und uns alles Gute gewünscht.
Unglaublich schnell ist’s wieder vergangen.
 
Erneut ist es wieder jetzt Dezember.
Draußen Kälte und Schneeregen;
Drinnen im Wohnzimmer die letzten Blätter am Kalender.
 
Was haben wir in diesem Jahr gemacht?
Wir blicken zurück.
Geweint haben wir vielleicht, aber auch viel gelacht.
 
Und plötzlich ist wieder Advent.
Die Zeit zur Besinnung
wo dann doch wieder jeder noch in letzter Sekunde zum Geschenke kaufen rennt.
 
Dann Heiligabend – der ist heute.
Lichter, die ganze Familie zusammen –
wahrlich ein Grund zur Freude.
 
Geschenke, leckeres Essen und Gesang.
Glückliche Gesichter.
Manch einer erinnert sich noch lange daran.
 
An einem Tag wie diesem versucht man, nicht zu streiten.
Auch wenn’s schwerfällt.
Denn dann werden sie noch schöner, die Feierlichkeiten.

P.S.: Ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk bekam ich heute von einer Mitschülerin: Eine selbst gebrannte CD mit Liedern, die sich mit dem Thema Freundschaft beschäftigen. Nicht teuer, aber dafür wirklich von <3-en.

Ein Kästchen von @sunflowermind

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