Sechster Dezember

Die Legende erzählt, dass der heilige Nikolaus im 4. Jahrhundert seinen Reichtum an die Armen verschenkt hat. Daraus hat sich der Brauch mit den Geschenken für die Kinder an diesem Tag entwickelt.

Wenn ich heute „Geschenk“ in Google entippe, stelle ich fest, dass das ein ziemlich umkämpftes Suchwort mit vielen kommerziellen Anzeigen ist. Dazwischen verbirgt sich fast dezent der Wikipedia-Artikel, wo ich erfahren kann, dass Schenken auch bedeuten kann, jemandem „seine Aufmerksamkeit, sein Vertrauen oder seine Liebe“ zu schenken.

Mir fällt dazu ein ziemlich banal klingender, aber richtiger Satz ein: Das Leben ist ein Geschenk. Dass ich da bin und ich ich bin, verdanke ich nicht meiner eigenen Leistung. Weder die Erklärung mit den Bienen und Blümchen noch die naturwissenschaftlich exakte Beschreibung der Zeugung von Leben gibt mir wirklich eine befriedigende Antwort auf die Frage, warum ich dieses Geschenk meines Lebens bekommen habe. Da geht es mehr um das „Warum“ und weniger das „Wie“. Eltern könnten wohl noch viel mehr von der schier unglaublichen existentiellen Erfahrung das plötzlichen Daseins neuen Lebens berichten.

Immer dann, wenn ich beschenkt werde, ganz egal ob mit etwas Eingepacktem mit Mascherl obenauf oder mit Liebe, Verständnis, Nachsicht und Hilfe, werde ich an die Frage des Lebens erinnert. Immer dann, wenn ich etwas weitergebe ohne eine Gegenleistung zu erwarten, gebe ich etwas weiter von diesem Geschenk des Lebens und multipliziere es.

Vielleicht ist das menschliche Leben doch digital und nicht analog?

Ein Kästchen von @andreame.

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