Vierundzwanzigster Dezember

How to survive the Vanillekipferl-Zwischenkriegszeit

Es ist schon wieder 24. Dezember und Sie wissen nicht, wie sie die vielen anstehenden Fragen zum Weihnachtsfest Ihrer Lieben heuer überstehen sollen? An dieser Stelle werden alle Unklarheiten zum Fest und den Feiertagen fachmännisch beantwortet. Sie können Ihren Weihnachtsstress nun an der Garderobe abgeben.

Kann ich rechtlich Weihnachten noch im letzten Moment schwänzen?
Nein. Laut einer ausverhandelten Einigung der heimischen Sozialpartner aus dem Jahr 1975 wurde – auf Drängen der Wirtschaftskammer – eine Teilnahmepflicht an Weihnachten für Christen verfassungsrechtlich festgeschrieben. Befreit davon sind lediglich Linkshänder, Beamte, sollte der heilige Abend an einen Freitag fallen, sowie der Osterhase.

Wer bringt mir wirklich die Geschenke: das Christkind oder der Weihnachtsmann?
Beide. Aufgrund der steigenden beruflichen Anforderungen, der wachsenden Weltbevölkerung und immer komplexer werdenden Geschenkproduktions-Strukturen teilten sich Weihnachtsmann und Christkind Anfang der 1990-er Jahre das Zustellgebiet demokratisch auf. In Österreich sieht diese Lösung folgendermaßen aus: Der Weihnachtsmann ist für die nördlichen und westlichen Bundesländer zuständig, den Süden und Osten versorgt hingegen das Christkind. Das Bundesland Kärnten besiegelte diese Lösung zusätzlich im Jahr 1998, als eine Volksabstimmung mit beeindruckender Mehrheit von 98,12 Prozent festschrieb, künftig nur exklusiv vom Christkind beliefert zu werden.

Warum schenken wir eigentlich zu Weihnachten?
Bedanken Sie sich bei den drei heiligen Königen für den Höllenstress, den Sie jedes Jahr bei der mühsamen Geschenkesuche durchlaufen müssen. Nach den Feiertagen bis zum 6. Jänner sind die drei sogar höhnisch genug, noch mal an jede Haustüre des Landes zu klingeln und singend nachzufragen, ob Sie Ihr Weihnachtsfest auch so richtig genossen haben. Sie wissen, was Sie in dieser Situation zu tun haben…

Bekommt eigentlich jeder Geschenke?
Grundsätzlich schon, auch die Erfolgsquote von Christkind und Weihnachtsmann ist beeindruckend: Je 99,997 Prozent beträgt die Geschenks-Zustellquote von beiden. Selbst im problematischen Jahr 1956, als die Weihnachtselfen gegen die angedachte Nulllohnrunde protestieren und ihre Arbeit für drei Tage niederlegten, wurde dieser Schnitt erreicht. Sollte dennoch einmal die eine oder andere Person nicht beschenkt werden, besteht die Möglichkeit, als Entschädigung dafür einen Gutschein für einmal Rentierreiten einzufordern.

Habe ich Einspruchsmöglichkeiten, wenn es keine weißen Weihnachten gibt?
Das ist mittlerweile ausgeschlossen. Frau Holle genießt weltweit rechtlich volle Immunität, nachdem sie sich nach drei schneelosen Wintern hintereinander in den 1960-er Jahren mit zahlreichen persönlichen Drohungen konfrontiert sah und sich in ihrer Sicherheit bedroht fühlte. Ihre darauffolgende Klage auf Immunität wurde vom Europäischen Gerichtshof bereits in erster Instanz bestätigt.

Muss ich unter dem Christbaum wirklich singen?
Nein. Zu verdanken ist dies den österreichischen Grünen, die im Jahr 1991 ein Gesetz erzwangen, dass das Singen unterm Christbaum ausdrücklich freistellt und nicht als verpflichtend verankert. Politische Begründung damals: Der Christbaum leide bereits genug unter der Tatsache, geschlägert und von seinen Freunden getrennt worden zu sein, das mitunter nicht ganz geübte Singen der Familien würde nur zusätzlich die Bildung von Psychosen und nachgewiesene Lernschwierigkeiten in der Baumschule hervorrufen.

Hatte Jesus wirklich am 24. Dezember Geburtstag?
Ein von deutschen Archäologen bei Ausgrabungen nahe Jerusalem vor einigen Jahren gefundener Reisepass brachte eine historische Sensation hervor: Jesus wurde eigentlich am 14. Februar geboren. Nach einem Aufschrei der regionalen Händler, die Valentinstag und Weihnachten am selben Tag in zahlreichen Chroniken als „unpackbar“ bezeichneten, wurde der Geburtstag von Jesus kurzerhand einige Wochen nach vor verlegt. Jesus selbst hatte mit dieser Regelung nie Probleme, wie er auch immer wieder in mehreren Interviews betonte: „Ich habe die kompletten Rechte am Weihnachtsfest mittlerweile verkauft, dazu zählt auch die Frage, wann dies überhaupt stattfinden soll. Ich mische mich da schon lange mehr ein.“

Muss ich ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich zu viele Vanillekipferl erwische?
Ja. Sie haben sich jetzt vielleicht aus unterschiedlichsten Gründen eine optimistischere Antwort erwünscht, die Wahrheit kann erdrückend sein, wir wissen das……………………………………ok, weil Weihnachten ist, fügen wir an dieser Stelle noch dazu: Die Mandeln in den Vanillekipferl sind schon gesund, die schützen die Gesundheit und beugen nachweislich Diabetes vor. Über Linzeraugen und Kokosbusserl fällt uns jetzt aber beim besten Willen nichts Positives mehr ein.

Ein Kästchen von @juerxx.

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