Vierzehnter Dezember

God Jul – Weihnachten auf schwedisch.

Mein Name ist Dörte, ich bin 23 Jahre alt und in Stockholm geboren.
Wenn wir daheim Weihnachten feiern, feiern wir schwedische Weihnachten. Meine Familie ist eigentlich nicht rassistisch veranlagt, aber bei Weihnachten machen wir eine Ausnahme. Uns kommt nichts in Haus, was nicht zum schwedischen Weihnachtsbrauch gehört.

Von meiner Uroma hab ich viele Dinge geerbt. Unter Anderem auch meine Schusseligkeit, aber darum soll es hier nicht gehen. Ich erbte einen Julbock. Einen selbstgemachten Julbock. Die Meisten von euch können mit „Julbock“ wahrscheinlich nicht viel anfangen, haben aber sicherlich schon den ein oder anderen gesehen. Ein Julbock ist ein Ziegenbock aus Stroh.
In der Weihnachtszeit werde ich immer sehr weichlich und bin auf einmal nett zu meinen Mitmenschen. (Das irritiert viele dann so, dass sie danach noch stundenlang orientierungslos durch die Straßen laufen, aber ich schweife schon wieder ab.) Der Julbock also. Weil ich ja immer so ultra nett bin in der Adventszeit, möchte ich euch ein klein wenig, also wirklich nur kurz zusammen gefasst und kein bisschen ausschweifend, denn das ist ja so gar nicht meine Art, über die Herkunft dieses Weihnachtsbrauches erzählen und euch eine Bastelanleitung dazu schenken, damit jeder von euch sich einen eigenen Julbock basteln kann und dann sein ganzes Weihnachtsfest über beim Anschauen an mich denken kann.

Der Julbock brachte bei uns früher die Geschenke. Wie schon erwähnt, wir sind hier schwedische Weihnachtsnazis und für einen Weihnachtsmann war da nie Platz. (Es sei erwähnt, dass der Julbock als Geschenkebringer in den meisten Familien schon mit der Christianisierung der Germanen durch den Weihnachtsmann, der bei uns in Schweden Jultomte heißt, ersetzt wurde. Ich kann jetzt nicht genau sagen, wann das war, da das hier aber ein von Twitter initiierter Adventskalenderblog ist, gehe ich davon aus, dass jeder, der das liest auch Google nutzen kann um sich selbst schlau zu machen.) In der germanischen Mythologie stand die Ziege für die Fruchtbarkeit, wurde total verehrt (olé olé Ziege) und Thors Wagen wird zum Beispiel von zwei Böcken gezogen. Die Ziege als Lasttier. Oder so.
Der Julbock wurde uns Kindern als Dämon dargestellt, der auch gerne mal Kinder mitnimmt, die nicht brav sind. Das sollte wahrscheinlich das christliche Pendant zu „Wenn du nicht lieb bist, gibt es aber keine Geschenke vom Christkind.“ sein. Ich hatte immer Angst vor dem Julbock und war daher ein sehr liebes Kind. Bis ich acht wurde und nicht mehr an den Julbock glaubte.

Genug Wissen für heute weiter gegeben, gehen wir zum lustigen Teil über.

Und jetzt alle: „Wir basteln uns einen Julbock, der uns immer an Doertemotion erinnert.“

Dazu braucht man nicht viel und es kostet auch nicht die Welt, man könnte es auch „Hartz4-Basteln mit Dörte“ nennen.

Man kaufe

  • Bastelstroh (die Größe hängt ganz davon ab, zu welchem Zwecke der Julbock nachher dienen soll. Willst du einen Bock trajonischen Ausmaßes basteln, brauchst du ein bisschen mehr als für einen, der als Weihnachtsschmuck dienen soll.)
  • Bindfaden oder feste, aber dünne Wolle (ich bevorzuge rot, weil dann der schöne Weihnachtskitsch so toll zur Geltung kommt, ihr dürft aber auch einen Bratenbindfaden benutzen. Ist ja euer Julbock.)
  • einen Stift (einen exklusiven Julbockbemalungsstift verkaufe ich euch gerne für 9.99Euro, ihr könnt aber auch einen ganz normalen benutzen)

Jetzt geht’s aber mal rund hier:

Man nehme das Bündel Bastelstroh und teile es in drei Teile. Wenn man den Stift dazu zur Hilfe nimmt, hat man nachher genau drei gleiche Teile und kann an beiden Strichen das Stroh mit dem Bindfaden zusammen binden. Eins dieser Drittel muss dann in nochmal zwei Teile geteilt werden, von denen man das Eine hoch bindet und das Andere nach unten. Das nach unten gebogene Stück muss man dann noch mal in zwei Teile teilen, denn der Julbock braucht ja auch Füße zum Stehen. Die Füße müssen dann nochmal jeweils oben und unten mit dem Bindfaden abgeteilt und festgebunden werden.
Die letzten Zentimeter des nach oben gebogenen Drittels knickt man dann um, bindet sie fest und schwuppdiwupp hat man schon den Kopf und das Geweih hergestellt. Wenn man Lust hat oder Langeweile, wenn man Friseurin ist oder auch einfach nur so Spass an Styling hat, kann man das Geweih noch schön flechten. Das muss man jedoch nicht.
Der Julbock steht auch darauf mit seinem Schwanz zu wackeln, also zieht man aus dem hinteren Teil ein bisschen Stroh raus und macht daraus ein Stummelschwänzchen. Das kann auch nach Belieben geflochten werden, oder dann halt eben nicht. Mit dem Bindfaden muss man auch weiterhin alle Knickstellen abbinden. Die Hinterbeine werden genauso gemacht, wie bei den vorderen. (Wer hätte das gedacht)

Fertig ist euer Julbock.

God jul mina vänner. Habt ne fette Weihnachtszeit

Ein Kästchen von @doertemotion

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